Justizvollzugsanstalten & forensische Einrichtungen
Haftraumtüren und Türen in forensischen Einrichtungen sind keine Standardbauteile. Sie müssen extremen Belastungen standhalten – von innen wie von außen. Massive Gewalteinwirkung, Vandalismus, gezielte Manipulationsversuche durch Insassen oder Patienten: Die Anforderungen an diese Bauteile sind einzigartig.
Und dennoch: Eine national verbindliche, konkret definierte Prüfnorm für diesen Bereich existiert bislang nicht.
Genau hier setzt unsere Arbeit an. Seit über zehn Jahren entwickeln, prüfen und bewerten wir Sonderfunktionstüren für Justizvollzugsanstalten und forensische Kliniken – mit einer Methodik, die wir auf Basis der geltenden Einbruchhemmungs-Normen, der Unfallverhütungsvorschriften und langjähriger praktischer Felderfahrung kontinuierlich weiterentwickelt haben.
Da für Haftraumtüren und Türen in forensischen Einrichtungen keine eigene nationale Prüfnorm existiert, haben wir ein eigenständiges Verfahren entwickelt. Grundlage sind die einbruchhemmenden Normen DIN EN 1627 bis DIN EN 1630 – ergänzt um Erfahrungswerte aus der Praxis und die jeweiligen Betreibervorgaben.
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Normative Basis |
DIN EN 1627 bis DIN EN 1630 (Einbruchhemmung) |
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Widerstandsklassen |
RC3 bis RC6, je nach Anforderung |
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Prüfperspektiven |
Angriffe von außen und von innen – beide Szenarien werden vollständig berücksichtigt |
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Prüfmittel |
Normative Werkzeugsätze aus der Einbruchhemmung, ergänzt um praxisbasierte Szenarios aus Vandalismus und massiver Insassengewalt |
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Kooperationspartner |
ift Rosenheim – zertifizierte Klassifizierungsberichte für Leistungseigenschaften werden direkt bei uns erstellt |
Ein wesentliches Merkmal unserer Methodik: Wir betrachten das Bauteil aus beiden Richtungen. Gerade in Vollzugs- und Forensikbereichen sind Angriffe von der Innenseite ebenso relevant wie von außen – und erfordern eine gesonderte Bewertung, die in Standardprüfungen nicht vorgesehen ist.
Wir prüfen Sonderfunktionstüren strukturiert, dokumentiert und nachvollziehbar – unter Berücksichtigung sowohl der technischen Normvorgaben als auch der spezifischen Betreibervorgaben und Risikoprofile der jeweiligen Einrichtung. Die Prüfung umfasst alle sicherheitsrelevanten Eigenschaften: mechanische Widerstandsfähigkeit, Rauchschutz, Funktionssicherheit und Montagequalität.
Im Schadensfall ist eine fachkundige Bewertung entscheidend. Wir analysieren Ursache und Ausmaß der Beschädigung und geben eine klare Empfehlung: Ertüchtigung der bestehenden Anlage oder Komplettaustausch. Unsere Gutachten sind verwertbar für Gerichts- und Klageverfahren, Versicherungsfragen sowie behördliche Entscheidungsprozesse.
Kein Hersteller kennt alle Einsatzbedingungen seiner Produkte aus erster Hand. Wir begleiten die Entwicklung und Weiterentwicklung von Sonderfunktionstüren auf Basis realer Schadensbilder und Praxiserfahrung – mit konkreten Erkenntnissen zu Materialauswahl, Konstruktion, Verarbeitung und Montage.
Hersteller, die ein Produkt zur Prüfung und Weiterentwicklung einreichen, stellen zunächst ihr Produkt und ihre Anforderungen vor. Wir prüfen anschließend unter Berücksichtigung der jeweiligen Einrichtung und deren Risikoprofil, welche Aspekte bei Prüfung und Weiterentwicklung zu berücksichtigen sind.
Wir begleiten Projekte im Rahmen von Umbauten, Sanierungen oder Neubauten – von der frühen Planungsphase bis zur Abnahme. Durch frühzeitige Einbindung in die Planung können wir praxisgerechte Anforderungen definieren, bevor Fehler in der Ausschreibung oder Ausführung entstehen.
Sonderfunktionstüren müssen dauerhaft funktionsfähig und sicher sein. Wir unterstützen Betreiber bei turnusmäßigen Überprüfungen und sachkundigen Begutachtungen, um die Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Unsere Prüfmethodik ist nicht im Labor entstanden. Wir stehen regelmäßig im Austausch mit JVA-Beamten und Mitarbeitenden aus Vollzugs- und Forensikeinrichtungen – und lassen deren praktische Beobachtungen zu Insassen- und Patientenverhalten, Schadensbildern und Belastungsszenarien gezielt in unsere Prüfungen und Weiterentwicklungen einfließen.
Diese Rückkopplung aus dem laufenden Betrieb ist es, die unsere Bewertungen von rein labortechnischen Prüfungen unterscheidet.
Referenzprojekte (Auswahl)
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2019 |
Prüfung und Entwicklung einer Forensiktür – vollständige Erstprüfung und begleitende Weiterentwicklung |
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2024/2025 |
Technische Zustandsfeststellung von Haftraumtüren in einer Justizvollzugsanstalt – Schwerpunkt Rauchschutz und Funktionssicherheit |
Gute Planung
ist alles.
am Besten mit
Alexander Dupp.Ihr Experte für Fenster und Türen
Für jedes Projekt ist eine genaue Analyse des Bestands essenziell. Sie hilft, die Maßnahmen fachlich fundiert zu bewerten und eine angemessene Entscheidung bezüglich des Vorhabens zu treffen
Es gibt Sachverständige, die Gutachten zu Türen erstellen. Jedoch die Kombination aus eigenem Prüfzentrum, öffentlicher Bestellung, Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 sowie aktiver Tätigkeit in Entwicklung und Konstruktion ist in dieser Form praktisch nicht vorhanden.
Behörden, Kliniken und Betreiber erhalten damit eine umfassende Kompetenz aus einer Hand – und bei Bedarf ergänzt durch ein bewährtes Partnernetzwerk.
Die Grundlage für alle Bewertungen und Prüfungen bilden die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Alexander Dupp sowie die Akkreditierungen und Zulassungen nach DIN EN ISO/IEC 17024.
Diese Qualifikationen sind Voraussetzung dafür, sachverständige Bewertungen in diesem sensiblen Einsatzbereich durchführen zu dürfen – und sie sichern Auftraggebern die formale Verwertbarkeit der Ergebnisse.
Unabhängig von der konkreten Aufgabenstellung – Schadensbegutachtung, Zustandsprüfung, Entwicklungsbegleitung oder Planungsunterstützung – folgen wir einem strukturierten Vorgehen:
Für Hersteller, die eine Tür zur Prüfung oder Weiterentwicklung einreichen, ergänzen wir den Prozess um eine strukturierte Produktvorstellung und Anforderungsanalyse zu Beginn.